Satzglieder: funktionale Bestimmung der Satzglieder

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Grundsätzliches (vgl. dazu auch canoo.net)

Die formale Bestimmung der Satzglieder (vgl. >>) ist manchmal unbefriedigend, weil in einem Satz mehrere Satzglieder dieselbe formale Bezeichnung haben.
So ist in folgendem Satz dreimal eine Nominalgruppe im Akkusativ vorhanden (blau ausgezeichnet):

  • Den ganzen Tag nennt Carla ihn erstaunlicherweise einen lieben Kerl.
Das ist, wie wenn in einer Familie alle Familienmitglieder nur nach dem Nachnamen benannt würden. Die drei Nominalgruppen im Akkusativ leisten im Satz Unterschiedliches, sie haben eine unterschiedliche Funktion.

Grundsätzlich gibt es drei Funktionen von Satzgliedern:
1. Aktanten/Ergänzungen: Subjekt und Objekte
2. Prädikative
3. Adverbialien
Es gibt daneben auch Wortgruppen, die ausserhalb eines Satzes stehen und in dem Sinn spezielle Satzglieder sind und keiner der drei Funktionen zuzuordnen sind.

Achtung: Bestandteile von Satzgliedern, die sich um den Kern des Satzgliedes gruppieren (= Attribute), sind keine Satzglieder, sondern Satzgliedteile. Vergleiche dazu auch das Thema Satzgliedteile (>>).

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Die theoretischen Erläuterungen orientieren sich an:
Schülerduden Grammatik (2010). Die Schulgrammatik zum Nachschlagen, Lernen und Üben. 6., neu bearb. und aktualisierte Aufl. Hrsg. von der Dudenredaktion. Bearbeitet von Peter Gallmann, Maria Geipel und Anna Wagner. Mannheim u. a.: Dudenverlag.

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