Satzglieder: Satzgliedteile (Attribute)

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Grundsätzliches (vgl. dazu auch canoo.net)

Wortgruppen bestehen aus zusammengehörigen Wörtern. Eine Wortgruppe kann aber auch nur aus einem Wort bestehen. Es gibt zwei verschiedene Arten von Wortgruppen:

  • Satzglieder: Ein Satzglied ist eine Wortgruppe, die sich geschlossen verschieben lässt, dabei ihren Sinn behält und sich auch durch eine kleinere Wortgruppe oder ein Wort ersetzen lässt.
  • Gliedteile: Ein Gliedteil ist eine Wortgruppe, die ein Teil eines Satzgliedes ist. Das heisst, ein Gliedteil steht in einem Satzglied neben dem Kern des Satzgliedes, ist von diesem Kern direkt oder indirekt abhängig. Man nennt die Gliedteile auch Attribute im weiten Sinn (Attribute im engen Sinn sind Gliedteile, die von einem Nomen oder Pronomen abhängen).
Gliedteile (= Attribute) benennt man in erster Linie nach ihrer Form. Bei der formalen Bestimmung/Bezeichnung von Wortgruppen ist entscheidend, was der Kern der entsprechenden Wortgruppe ist resp. welcher Wortart (vgl. >>) der Kern der Wortgruppe zuzuordnen ist.
  • Ist der Kern der Wortgruppe ein Nomen, ein Pronomen oder eine Nominalisierung, dann liegt formal gesehen eine Nominalgruppe vor.
    Die Nominalgruppe wird noch genauer aufgrund ihres Falls bezeichnet, also:
    • Nominalgruppe im Nominativ, Beispiel: Der Frühling zieht ins Land.
    • Nominalgruppe im Akkusativ, Beispiel: Man nennt ihn einen Lügner.
    • Nominalgruppe im Dativ, Beispiel: Über dem Bett hängt ein Bild.
    • Nominalgruppe im Genitiv, Beispiel: Die Mutter meiner Freundin stand vor der Tür.
  • Ist der Kern der Wortgruppe ein Adjektiv, dann liegt formal gesehen eine Adjektivgruppe vor. Beispiel: Sie arbeitet fleissig.
    Wird ein Partizip adjektivisch verwendet, dann liegt eine Partizipgruppe vor. Beispiel: Die lachenden Kinder grüssen uns.
  • Ist der Kern der Wortgruppe ein Adverb, dann liegt formal gesehen eine Adverbgruppe vor. Beispiel: Alle Mühe war umsonst.
  • Ist der Kern der Wortgruppe eine Präposition, dann liegt formal gesehen eine Präpositionalgruppe vor. Beispiel: Sie reden dauernd über Ferien.
  • Ist der Kern der Wortgruppe eine Konjunktion, dann liegt formal gesehen eine Konjunktionalgruppe vor. Beispiel: Anna verkleidet sich als Indianerin.
Nominal-, Adjektiv-/Partizip-, Adverb-, Präpositional- und Konjunktionalgruppen können sowohl Satzglieder als auch Gliedteile/Attribute sein. Hier interessieren aber die Gliedteile/Attribute. Um diese zu erkennen, muss zunächst festgestellt werden, was der Kern einer Wortgruppe ist (vgl. >>).

Eine funktionale Benennung der Gliedteile ist nur für Nominalgruppen üblich. Es gibt folgende funktionale Bezeichnungen:
  • Begleiter: So nennt man Pronomen/Artikel, die ein Nomen begleiten.
    Beispiel: Das ist eine Frechheit!
  • Genitivattribut: So nennt man einen Gliedteil in Form einer Nominlagruppe im Genitiv; diese folgt einem Bezugsnomen oder geht ihm voraus.
    Beispiele: Die Chefin meines Vaters kommt zu uns zum Essen. Claudias Vater ist mein Lehrer.
  • Apposition: So nennt man einen Gliedteil, der im gleichen Kasus/Fall steht wie das zugehörige Nomen/die zugehörige Nominalgruppe. Die Apposition folgt im Normalfall dem Bezugsnomen, kann ihm aber (ohne Artikel) auch vorangestellt werden. Eine lockere Apposition wird durch Kommas von der Bezugsnominalgruppe abgegrenzt und ist auch stimmlich abgesetzt. Eine enge Apposition nicht.
    Beispiele: Rosa, meine neue Freundin, hat heute eine wichtige Prüfung. (lockere Apposition)
    Unser Rektor, Marc König, lädt zu einem Vortrag ein. (lockere Apposition, da stimmlich abgesetzt; Eigenname, der auf einen Titel oder eine Gattungsbezeichnung folgt)
    Die Direktorin Hanna Kölbener lobt ihre Mitarbeiterinnen. (enge Apposition, da stimmlich nicht abgesetzter Eigenname, weil er als notwendige Erläuterung zum Titel anzusehen ist)
    Friedrich der Grosse herrschte im 18. Jahrhundert. (enge Apposition = Beiname)
    Geben Sie mir ein Kilogramm Brot. (enge Apposition nach einer Massbezeichnung)
    Die Stadt St. Gallen hat sich herausgeputzt. (enge Apposition, da stimmlich nicht abgesetzt)
    Professorin Kerner hält eine spannende Vorlesung. (enge Apposiiton, da nicht stimmlich abgesetzt; Ausnahmefall: vorangestellt)

 


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Die theoretischen Erläuterungen orientieren sich an:
Schülerduden Grammatik (2010). Die Schulgrammatik zum Nachschlagen, Lernen und Üben. 6., neu bearb. und aktualisierte Aufl. Hrsg. von der Dudenredaktion. Bearbeitet von Peter Gallmann, Maria Geipel und Anna Wagner. Mannheim u. a.: Dudenverlag.

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