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Prädikat/verbale Teile

 

Das Prädikat kann verschieden gestaltet sein.

  • Es kann aus einer einzigen Verbform bestehen (einstelliges Prädikat).
  • Es kann aus mehreren Verbformen bestehen (mehrteiliges Prädikat).

Die Bestandteile des Prädikats werden verbale Teile oder Prädikatsteile genannt.

Sowohl ausgebaute Sätze (Sätze, die vollständig sind und eine finite Verbform (= konjungiertes Verb) enthalten) als auch satzwertige Ausdrück (Sätze, die keine finite Verbform haben oder bei denen nicht alle notwendigen Teile enthalten sind) haben ein Prädikat.

In ausgebauten Sätzen besteht das einteilige Prädikat aus der finiten Verbform, in satzwertigen Ausdrücken aus dem Infinitiv oder dem Partizip.
Verbpartikel (= Verbzusätze) gehören zum einteiligen Prädikat:
Ich stehe morgens immer früh auf.

Das mehrteilige Prädikat enthält neben der finiten Verbform im ausgebauten Satz oder dem Kernverb im satzwertigen Ausdruck noch weitere Verbformen; das sind dann Infinitive oder Partizipien II.

Ist ein Infinitiv von der Infinitivpartikel "zu" begleitet, dann zählt man diese Infinitivpartikel zum Prädikat dazu: Du brauchst nicht immer den Clown zu spielen.

Achtung:
Bei der (funktionalen) Bestimmung von Satzgliedern gibt es neben den Aktanten/Ergänzungen (Subjekt, Objekte) und Adverbialien auch Prädikative (vgl. dazu das Thema "Satzglieder: funktionale Bestimmung"). Prädikative weisen einen doppelten Bezug auf, unter anderem auch zum Kernverb des Satzes:
Du bist intelligent. ("intelligent" ist ein prädikativ gebrauchtes Adjektiv.)
Hanna wird eine gute Schauspielerin. ("eine gute Schauspielerin" ist ein prädikativer Nominativ [Gleichsetzungsnominativ].)
Diese Prädikative gehören jedoch nicht zum Prädikat.

Reflexive Verben wie "sich erholen" haben immer ein Reflexivpronomen bei sich. In unserer Betrachtung zählen die Reflexivpronomen nicht zum Prädikat, sondern werden als Nominalgruppe im Akkusativ/Akkusativobjekt oder Nominalgruppe im Dativ/Dativobjekt bezeichnet (vgl. dazu >>).

 
Die theoretischen Erläuterungen orientieren sich an:
Schülerduden Grammatik (2010). Die Schulgrammatik zum Nachschlagen, Lernen und Üben. 6., neu bearb. und aktualisierte Aufl. Hrsg. von der Dudenredaktion. Bearbeitet von Peter Gallmann, Maria Geipel und Anna Wagner. Mannheim u. a.: Dudenverlag.