Textlogik

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In Texten werden vielfälltige Beziehungen zwischen einzelnen Teilen hergestellt. Diese Beziehungen können sich innerhalb eines einfachen Satzes ergeben, sie können sich aber auch zwischen verschiedenen Teilsätzen /Satzteilen einstellen. Wird der einfache Satz verlassen, bewegen wir uns in komplexeren Einheiten. Nicht immer ist es einfach, die Beziehungen zwischen den einzelnen Textelementen richtig herzustellen. Es ergeben sich dann Probleme bei der Textlogik.
Zwischen den einzelnen Elementen von komplexeren Einheiten können mit sprachlichen Mitteln an der Textoberfläche Verbindungen hergestellt werden (= Kohäsionsmittel). Diese Verknüpfung verschiedener Textelemente an der Textoberfläche nennt man Kohäsion. Die Kohäsionsmittel unterstützen den inhaltlichen Zusammenhang (= Kohärenz) der einzelnen Textelemente; vgl. dazu >>.

Insbesondere bei der Verwendung von Pronomen gibt es oft Schwierigkeiten bei der Interpretation. Da Pronomen sich oft auf verschiedene Elemente im umliegenden Text beziehen können, ist es für die Leser/-innen nicht immer einfach, die richtige Zuordnung zu machen. Bei der Interpretation solcher Bezüge gibt es aber ein Vorgehensprinzip (vgl. dazu Nussbaumer, Markus (1991). Was Texte sind und wie sie sein sollen. Ansätze zu einer sprachwissenschafltichen Begründung eines Kriterienrasters zur Beurteilung von schriftlichen Schülertexten. Tübingen: Max Niemeyer Verlag. (= Reihe Germanistische Lingusitik; Bd. 119). S. 124.) :
  1. Man bezieht das Pronomen auf ein möglichst nahe liegendes Element. (= Nähe-Prinzip)
  2. Man macht vorzugsweise einen Bezug auf das Subjekt des aktuellen oder vorausgehenden Satzes. (= Präferenz für Koreferenz mit Subjekt)
  3. Man bevorzugt Bezugselemente, die die gleiche thematische Rolle haben wie das Pronomen. (= Prinzip der Rollenträgheit)
  4. Man bevorzugt das Thema des aktuellen oder vorausgehenden Satzes.
  5. Man macht vorzugsweise einen Bezug, der mit dem Weltbild des Vorwissens in Einklang steht, der also Sinn macht.
Diese Prinzipien helfen einem beim Schreiben, den Text so zu gestalten, dass die Pronomenbezüge für die Leser/-innen auflösbar sind.

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